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Wettbewerb Schulanlage Loreto „TRAKT 6“
WET 1903

Bauherrschaft: Stadt Zug
Ort: Zug
Zeitraum: 2019
Projektphasen: 21

Die Schulanlage Loreto in Zug wurde 1969 erstellt und 1970 in Betrieb genommen. Es handelt sich um eine sorgfältig geplante Anlage des Architekten Walter Schindler im Stil des Brutalismus. Das Areal ist gut erhalten und wirkt harmonisch, viele originale Konstruktionen sind noch vorhanden. 

Um der wachsenden Schüleranzahl gerecht zu werden, kann gemäss einer Machbarkeitstudie  (Metron 2018) der zusätzliche Raumbedarf auf dem Schulareal realisiert werden. Für die Umsetzung des dafür erarbeiteten Raumprogramms veranstaltet die Stadt Zug einen offenen Architekturwettbewerb. Für die Projektierung stehen zwei Planungsperimeter zur Verfügung. Der Wettbewerb bietet die Chance, das Areal in seiner heutigen Erscheinung und inneren Organisation zu stärken und ermöglicht zudem,ein in ökologischer und ökonomischer Hinsicht optimiertes und vorbildliches Bauprojekt für die Energiestadt Zug zu realisieren.

Die Einbindung von neuen Gebäuden soll im Einklang mit der vorhandenen Bebauungsstruktur integrativ gelingen und die Qualitäten der bestehenden Anlage stärken. Die neuen Gebäudevolumen sollen sich deshalb in verträglicher Weise (Grösse, Lage) in die umgebende Siedlungsstruktur einfügen. Die bestehenden Hauptzugänge auf das Areal bleiben erhalten und sollen in ihrer Funktion und Bedeutung gestärkt werden. Das innere Wegsystem hingegen soll in gleicher Art und Weise ergänzt und weitergeführt werden.

Die Volumetrie der Schulanlage gliedert sich in 5 Trakte mit der Kapelle als Auftakt und Namensgeber des Areals. Die Ausrichtung und städtebauliche Setzung orientiert sich am umliegenden orthogonalen Siedlungsraster.

Auf der reliefartig gebauten Sockellandschaft mit Treppenanlagen, Pflanztrögen sowie den daraus erwachsenden Trakten 4 und 5 treten die Schultrakte 1 – 3 monolithartig hervor. Sie bilden die Rückseite einer diagonal aufgespannten Aussenraumachse als eigentliche Arealpromenade, welche die Kapelle als Ausgangspunkt und Hauptgebäude ins Zentrum rückt. Sämtliche Gebäude sind aussen und innen hauptsächlich in Sichtbeton gehalten, ebenso die zahlreichen Brüstungen, Treppenanlagen und Pflanztröge in der Umgebung. Analog der integrativen Haltung im Städtebau sollen sich die neuen Gebäude auch in ihrem architektonischen Ausdruck sowie Volumetrie in die bestehende Anlage einfügen und das Ensemble komplettieren.

Die nichttragenden Wandeinteilungen des Schulhaustraktes können innerhalb des flexiblen Tragrastersystems jederzeit mit geringem baulichem Aufwand verändert werden. Bei entsprechenden Vorinvestitionen (Fundament, Tragstruktur) in der Erstellungsphase und einer entsprechenden Auslegung der Baugesetze (maximal verträgliche Gebäudehöhe, Verdichtung) eignet sich die rasterartige Struktur besonders gut für mögliche spätere Anpassungen und Aufstockungen um 1 bis 2 Geschosse. Die modulare und klare Grundrissanordnung, das gewählte Erschliessungs- und Fluchtsystem und die Nutzungsverteilung mit den Klassenräumen in den Obergeschossen unterstützen ebenso wie das gewählte Tragkonstruktionsprinzip die künftige Option der Aufstockung.