Aufgrund einer Zustandsanalyse im Jahr 2002 ist die bestehende Brücke wegen ihrem schlechten Zustand durch eine neue zu ersetzen.
Daraus entsteht die Chance, auch auf die Bedürfnisse eingehen zu können, die durch die aktuelle städtebauliche Entwicklung im Sihlraum geweckt werden.
Die Demontage der Parkebenen über der Sihl nach dem Bau des Parkhauses Gessnerallee, die Umnutzung der Militäranlagen auf der Halbinsel, die bereits ausgeführten und die geplanten Bauten für Dienstleistungen und Ausbildung ennet der Sihl, der laufende Ausbau des Hauptbahnhofes sowie der Wunsch, den Flussraum der Sihl sowohl als naturnahen Grünzug in und durch die Stadt zu führen und mit dem der Limmat zu verbinden als auch seine Ufer zugänglich zu machen, haben zum Ziel, den öffentlichen Raum im Bereich der Sihl attraktiver zu machen.
Die neue Brücke soll neben ihrer optimalen Funktion für den Verkehr mit ihrer Erscheinung bei Tag und bei Nacht einen angemessenen Beitrag an diese Zielsetzung leisten.
Die Brücke erscheint durch einen Konsolkopf von minimaler Höhe als
auskragende dünne Platte, die von den beiden zurückgesetzten scheibenförmigen
Pfeilern nur leicht gestützt werden muss.
Durch eine leichte Überhöhung von 15 cm in der Mitte auf die gesamte
Länge von circa 45 m wird dem Eindruck des Durchhängens entgegengewirkt.
Aufgebaut auf den bestehenden Fundamenten tragen zwei Scheiben unter
den fünf Rippen die Brückenplatte. Ihre Stirnen sind leicht angeschrägt
und mit stark gebrochenen Kanten ausgebildet. Dadurch entsteht auf den
Pfeilern ein Lichtspiel, das die leichte Erscheinung der ganzen Brücke
unterstützt.
Die Plattenstirnen werden von einem leicht geneigten Staketengeländer
begleitet. Die leichte Neigung in der Flucht der Konsolköpfe unterstützt
einerseits die Wirkung der Beleuchtung und andererseits die Aufnahme
der Brücke durch die Köpfe.
Die neuen Masten für die Leuchten und die Fahrleitungen der VBZ werden
in den Axen der Pfeiler in Lager auf die Konsolköpfe gesetzt.
Objekt:
Erneuerung Gessner Brücke in Zürich
Gesamtleistungswettbewerb, 2005
Bauherrschaft:
Tiefbauamt der Stadt Zürich
Planer- und Unternehmerteam:
Specogna Bau AG, Kloten
Schäublin Architekten ETH SIA
Stutz AG, Frauenfeld
Jak. Scheifele AG, Zürich
ACS Partner AG, Bauingenieure, Zürich
Bänziger Partner AG Ingenieure, Zürich