Fussgänger- und Fahrradbrücke Sihlhölzli / Verkehr / Schäublin Architekten - Schaeublin Architekten

Schäublin Architekten / Verkehr / Fussgänger- und Fahrradbrücke Sihlhölzli



Brücke über Sihl und Geleise der SZU, Studie, Zürich 2003

Konzept
Die Sihl und ihre Uferbepflanzung als wuchtige Objekte der Natur schlagen eine Bresche tief in die gebaute Stadt.
Die beiden dicht gestellten, sich tief über die befestigten Böschungen und das Wasser neigenden Platanenalleen bilden ein Art wuchernde Wände über der Wasserfläche.
In den dadurch stark definierten Raum der Sihl wird die Brücke zur Querung zurückhaltend eingefügt: Eine dünne, 2-fach abgestützte, hell wirkende Betonplatte mit einem filigranen Metallgeländer mit Handlauf und vertikalen Staketen, die den Fluss senkrecht zu seiner Achse überspannt.

Die Beleuchtung der Brücke erfolgt aus dem Handlauf, die breiten weissen Seitenflächen der Staketen reflektieren Licht auf den Boden. Die schmalen Ansichten der Staketen in der Flussrichtung sind im Interesse der filigranen Erscheinung bei Tag dunkel gehalten. Durch die Anpassung der Beleuchtung der Uferwege werden die Brückenköpfe markiert.

Die Gewährleistung und das Gefühl von Sicherheit beim Begehen und Befahren der Anlagen entsteht durch die klare Übersicht und die einfache Orientierung. Die heiklen Bereiche Lifte und Treppen sind sowohl untereinander als auch von der Brücke und vom neuen Stationsplatz her sehr gut einsehbar.

Die Anlage der SZU folgt in diesem Bereich als eindeutiges Artefakt hinter der Platanenallee dem Lauf der Sihl. Sie definiert ihren Raum eher wie ein ausstrahlendes Objekt, mit dem geschotterten, von Stützmauern und Zäunen begrenzten Geleisefeld sowie mit den Masten und den Fahrleitungen.
Die Passerelle zur Querung und Erschliessung der Bahnanlage ist prägnant und gut wahrnehmbar in den öffentlichen Raum der City Süd gestellt:
Eine den Bahninstallationen entsprechende Stahlkonstruktion bestehend aus einer horizontalen Plattform, drei Erschliessungstreppen und drei Liften verbindet auf verschiedenen Niveaux liegenden Bereiche.
Liftschächte und –kabinen sind als transparente Prismen ausgebildet.
Die Treppen mit ihren Brüstungen und Podesten sind filigran ausgebildet. Ein Sattel trägt auskragende Stufenplatten, die Brüstungen werden mit vertikalen Staketen ausgebildet.
Der im Interesse der Velofahrer mehrfach gestufte Treppenlauf zwischen Brücke und Plattform steigt leicht in die Platanenkronen auf oder neigt sich von dort hinab bis zur Stelle der leichten Berührung der beiden Objekte über dem Fluss.
Die Beleuchtung der Passerelle erfolgt bei der Plattform und den Liftstationen durch die Ausbildung der Liftschächte als leuchtende Prismen. Die Treppen werden wie bei der Brücke über die reflektierenden Staketen aus den Handläufen beleuchtet.

Das Bett der Sihl und die Anlagen der SZU sind zwei Objekte, in denen sich etwas bewegt, etwas strömt.
Die unterschiedlichen Bedingungen – die Beschaffenheit des Strömenden, die Topologie – führen zu zwei klar verschiedenen Objekten zur Querung der beiden Ströme.


BRÜCKE

Konstruktion
Die Sihl wird mittels einer schlanken, vorgespannten Stahlbetonplatte überquert. Der Dreifeldträger mit Spannweiten von ca. 12,21 und 12 m weist einen konstanten Querschnitt auf. Die Entwässerung erfolgt durch ein Quergefälle und die Anordnung von Speiern. Bei der Fundation der Brücke soll eine Lösung gefunden werden, welche auf die sich abzeichnende Erstellung der Sihl-Tiefstrasse so weit als sinnvoll Rücksicht nimmt.

Die Brücke über die Sihl weist eine nutzbare Breite von 3.50 m auf, welche für den kombinierten Rad- und Gehweg erforderlich ist.

PASSERELLE

Konstruktion
Damit die Fussgänger und Radfahrer die SZU in minimaler Höhe überqueren können, wird die Bahn mittels einem in das Passerellengeländer integrierten Stahlfachwerk überspannt. Die Passerelle wird so konzipiert, dass sie bei der Erstellung des Zwischenperrons, mit einer in den Lift integrierten Mittelstütze, in zwei Einfeldträger umgebaut werden kann. Die Brücke wird zur Entwässerung mit einem Quergefälle und Einlaufschächten versehen.

Die erforderlichen Treppen werden als leichte Stahlkonstruktion erstellt. Die Tritte sollen mit dem gleichen Belag wie die beiden Brückenbauwerke (Gussaspalt) versehen werden und horizontal transparent sein. Die an die Sihlbrücke angelehnte Treppe soll möglichst schwebend Wirken. Die primäre Abstützung Seite Sihl soll, zur Vermeidung von Torsionsmomenten in der Sihlbrücke, im Bereich des Brückenpfeilers erfolgen.

Die Treppen der SZU-Passerelle werden mit einer Breite von 2.50m erstellt, da als Parallelangebot für Kinderwagen und Velos eine grosszügige Liftanlage vorgesehen ist. Als minimales Angebot für die Velofahrer werden einerseits die Treppenläufe häufig durch Podeste unterbrochen und zum Schieben des Fahrrads wird andererseits ein durch den Handlauf abgeschirmtes, der Treppenneigung folgendes Schiebe-

Objekt:
Fussgänger- und Fahrradbrücke über die Sihl und über die SZU

Bauherrschaft:
Tiefbauamt der Stadt Zürich

Architekten:
Schäublin Architekten AG

Spezialisten:
Bauingenieur:
Henauer Gugler Bauingenieure, Zürich


Schäublin Architekten ETH SIA / Neugasse 6 / CH-8005 Zürich /
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