Die Entwicklung des Kernbereiches im Gebiet von Bushof, Bahnhof und Post kann direkt auf die Entwicklung des weiteren Kernes von Schaan entlang der von der Richtplanung festgesetzten Leitlinie wirken. Der Richtplanung liegt das Ziel der Urbanisierung einer bestehenden dörflichen Siedlung mittels Verdichtung und Erzeugung von stark definierten öffentlichen Räumen sowie Optimierung des Verkehrs zugrunde.
Die Art und Weise des Eingriffes für den Bushof und seinen Kontext trägt zum Massstab bei, der bei der weiteren Entwicklung angelegt wird. Der Bushof wird geprägt vom leicht auf drei konische Scheiben gelegten filigranen Körper des Daches. Er generiert einen Platz zwischen dem Bahnhof, der Post und der zukünftigen Bebauung im Nordosten.
Das Dach birgt die Haltestellen sowie die Zugänge zum Parkhaus und unterstützt sie in ihrem optimalen Funktionieren. Seine besondere Erscheinung signalisiert auch die Bedeutung, die dem öffentlichen Verkehr in Schaan beigemessen wird. Der Dachkörper besteht aus einem Skelett - zu einem zusammenhängenden Rahmen gefügte Fachwerkträger in Stahl - und aus dessen Verkleidung.
Für die Verkleidung wird Holz eingesetzt, ein Material, das in der Gegend vorkommt. Die obere geschlossene Dachfläche besteht aus einer Holzplatte, die mit einer Doppelfalzdeckung in Chromnickelstahlblech versehen ist.Die gegen innen geneigte Fläche wird aus einer verglasten Holzrahmenkonstruktion gebildet.
Die Untersicht wird mit einer Serie von Holzlamellen verkleidet. Durch die nicht parallel verlaufenden Dachkanten entsteht eine leichte Verwindung der durch die Abstände zwischen den Lamellen durchbrochene Fläche. Die Durchsichtigkeit von zwei der drei Flächen, die das Skelett einhüllen, führt zu einem Lichtspiel, dass sich bei Tag und bei Nacht durch intensiven Schattenwurf wahrnehmbar macht.
Im Kern des Platzes wird eine Gruppe von Zitterpappeln gepflanzt, die dort mit ihren Blättern das Lichtspiel des Daches fortsetzen. Sie bilden einen vielfältig nutzbaren Warte- und Aufenthaltsraum im Freien. Unter dem grossen Dach vis-à-vis vom alten Bahnhof sind der Kiosk, die WC-Anlage und der Warteraum für die Buspassagiere in einer Reihe unter einem eigenen Dach angeordnet. Zwischen den einzelnen Anlagen liegen gedeckte Durchgänge, über die sie zugänglich sind und über die der innere Platz und die Haltestelle miteinander verbunden sind.
Objekt:
Eingeladener Wettbewerb, 2004, Schaan FL
Veranstalterin:
Hochbauamt des Fürstentums Liechtenstein
Architekten:
Schäublin Architekten ETH SIA
Spezialisten:
Statik, Aerni + Aerni Bauingenieure, Zürich
Visualisierungen, Roman Müller, Zürich